
- Annalena Baerbock: Fragwürdiger Auftritt mit Fifa-Chef Giovanni Infantino
- Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko unter verschärften Bedingungen
- Kein Platz für Kritik - UN-Vertreterin lässt sich für seine Zwecke einspannen
Es ist ein Pressetermin, der Spaß und Leichtigkeit vermitteln soll. Annalena Baerbock, seit September vergangenen Jahres Präsidentin der UN-Generalversammlung, eröffnete am vergangenen Dienstag, am Welttag des Fußballs, eine gemeinsame Veranstaltung mit Fifa-Chef Giovanni "Gianni"Infantino. Das Ziel: die Werbetrommel für die kommende Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko rühren und so ganz nebenbei das verbindende Element im Fußball hervorheben. Der "Tag des Fußballs" soll den beliebtesten Sport der Welt gebührend feiern.
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Annalena Baerbock: "Kraft des Fußballs kann Berge bewegen"
Die "Kraft des Fußballs könne Berge bewegen", so Baerbock, die in gewohnt pathetischer Weise vor rund 100 Kindern ausTadschikistan und Libyen ihre Rede schwingt. "Ohne Spielregeln gäbe es keinen Fußball. Dasselbe gilt auch für die UN und die internationale Ordnung", erklärt Baerbock.
Kaum Haltung trotz zahlreicher Kritik zur Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko
Dass sich einer in letzter Zeit jedoch so gar nicht an die Spielregeln halten will, darüber verliert die Ex-Außenministerin kein Wort. Schließlich ist die WM in den USA, ähnlich wie derzeit ihr Präsident, nicht minder umstritten. Tickets zum Wucherpreis, verschärfte Einreiseregeln - nun sogar mit Social-Media-Offenlegung - und neu eingeführte "Trinkpausen", die man passenderweise mit reichlich Werbung füllen kann. Die Liste der Kritik ist lang. Schaut man über den Tellerrand des Sports hinweg, ist sie sogar noch länger.
Fifa-Chef spielt Baerbock den Ball zu
Und ausgerechnet von demjenigen, der seit Jahren seinen guten Ruf unter Korruptionsvorwürfen begräbt, passt Annalena den Ball ab. Giovanni Infantini wirft ihr den Fußball zu, den Baerbock dankend so schnell wie möglich an die hier anwesenden Kinder weitergibt.
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Die Kinder vor Ort freuen sich, lachen und grölen, als der Ball zu ihnen fliegt. Fußball macht eben Spaß, so Infantinis Fazit, der soeben den lebenden Beweis dafür erbracht hat. Nur schade, dass es hier eben schon lange nicht mehr um Fußball geht.
Es geht um Außenwirkung, Selbstdarstellung und das Bild eines zutiefst in die Kritik geratenen Fifa-Bosses, der es geschafft hat, die Präsidenten der UN-Vollversammlung ideal für seine Zwecke einzuspannen. Ganz ohne die sonst so kritischen Pressefragen, die sich Infantino in jüngster Zeit stellen musste, schafft er eine fröhliche Atmosphäre an der Seite einer lachenden UN-Vertreterin, umringt von einer glücklichen Kinderschar. Ein PR-Coup, wie er nicht besser sein könnte.
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