
- Laut einer neuen Studie fühlen sich immer mehr Arbeitnehmer überfordert
- Durch den wachsenden Druck steigen die Krankmeldungen in die Höhe
- Personalverantwortliche beobachten, dass das Engagement der Arbeitnehmer sinkt
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Millionen von Beschäftigten stehen unter immer mehr Druck von Oben. Nicht nur die Politik, sondern auch die Arbeitgeber fordern mehr Produktivität. Doch statt Wirtschaftswachstum wächst nur die Anzahl an Krankmeldungen von Arbeitnehmern weiter an. Betroffene und Führungskräfte im Personalbereich wurden für eine Studie befragt, welche Herausforderungen ihren Alltag prägen.
Gründe für Belastung durch die Arbeit sind vielfältig
Für die Studie, die der "Bild" vorliegt, hat das Meinungsforschungsinstitut Civey rund 2.750 Erwerbstätige sowie 500 Führungskräfte im Bereich Human Resources befragt. Dabei berichteten fast sechs von zehn Beschäftigten, dass ihre Arbeitsbelastung spürbar über das vergangene Jahr gestiegen ist. Den Grund dafür sehen 36 Prozent der Befragten vor allem im Fachkräftemangel, der derzeit viele Unternehmen plagt.
Weitere 28 Prozent glauben, dass die wirtschaftliche Unsicherheit den Druck erhöhe, während 26 Prozent die immer komplizierteren bürokratischen Anforderungen an Unternehmen als Ursache nennen. Auch der Einsatz neuer Technologien - wie etwa künstlicher Intelligenz - sorgt für zusätzliche Veränderungen im Alltag.
Für wen steigt die Belastung besonders stark?
Dabei hat die stetig wachsende Belastung für Arbeitnehmer Folgen: In vielen Unternehmen gibt es einen deutlichen Anstieg an Fehlzeiten - davon berichtet etwa jeder zweite Personalverantwortliche. Auch das Engagement der Angestellten sinkt, wie die Führungskräfte beobachtet haben. Zusätzlich wächst der Druck auch für die Unternehmen selbst. Diese haben Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Das erhöht wiederum die Belastung für die vorhandenen Mitarbeiter, die mit ihrer Leistung unbesetzte Stellen kompensieren müssen.
Laut dem DAK-Gesundheitsreport 2026 ist der Druck dabei nicht in allen Berufsgruppen gleich verteilt. Eine besonders dramatische Zunahme an langfristigen Erkrankungen und psychischen Belastungen wird vor allem in sozialen, gesundheitlichen und öffentlichen Berufen beobachtet. Diese Bereiche kämpfen mitunter am meisten mit dem Fachkräftemangel.
KI-Potenzial wird noch nicht vollständig genutzt
Die Untersuchung zeigt: Strukturelle Probleme nehmen in der Arbeitswelt zu und gewinnen weiter an Bedeutung. Personalmangel, steigende Erwartungen der Arbeitgeber an ihre Teams und immer komplexere Vorgänge erschweren Arbeitsprozesse zunehmend. Auch der langsame Fortschritt der Digitalisierung ist vielen Beschäftigten noch ein Dorn im Auge.
Während ihre Unternehmen noch hinterherhinken, glauben viele Arbeitnehmer, dass digitale Lösungen sowie KI sie langfristig entlasten könnten. Automatisierte Abläufe und maßgeschneiderte Planung sollen den Alltag noch effizienter gestalten. Das Problem: Viele Unternehmen nutzen zwar KI - mittlerweile sind es laut Bitkom-Studie in Deutschland etwa ein Drittel aller Firmen - doch die wenigsten schöpfen das Potenzial der neuen Technologien vollständig aus. So wird laut Civey-Studie in mehr als einem Viertel der HR-Abteilungen bislang überhaupt noch nicht mit KI gearbeitet.
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