
Was Biathlon für sie ist, kann Franziska Preuß ganz einfach erklären. "Es kann ein richtiger cooler Sport sein, aber manchmal auch ein richtiges Arschloch", sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres. Viele Medaillen und der Gesamtweltcupsieg als Krönung stehen für ihre guten Zeiten, unzählige gesundheitliche Rückschläge und bittere Momente für die schlechten. Ein letztes Mal geht die 31-Jährige aus Ruhpolding nun bei den Olympischen Winterspielen in Antholz auf die Jagd nach Edelmetall, ehe die letzte Skijägerin einer ganz besonderen Generation nach der Saison ihre Karriere beendet.
"Ich versuche jetzt auch, die Rennen, die noch kommen, einfach zu genießen", sagte Preuß. Ob sie gleich zum Auftakt in der deutschen Mixed-Staffel am Sonntag (14.05 Uhr) in Südtirol am Start stehen wird, ist noch nicht bekannt. Maximal gibt es sechs Chancen auf Medaillen für sie, in einem Einzelrennen stand sie bei Winterspielen noch nie auf dem Podest. Bronze mit der Staffel 2022 in Peking ist ihr bislang größer Olympia-Erfolg. "Mit den Olympischen Spielen habe ich meine eigene Rechnung offen", sagte Preuß deswegen auch.
Olympia-Gold wäre nicht ihr größter Erfolg
Zum vierten Mal startet Preuß bei Olympia, ein vierter Platz über 15 Kilometer vor acht Jahren ist ihre beste Einzelplatzierung. Doch selbst eine Goldmedaille wäre für sie nicht so viel wert wie der Triumph im Gesamtweltcup vor knapp einem Jahr. "Für mich ist das unerreichbar. Ich denke, das werden andere anders sehen, aber für mich ist das so", sagte Preuß.
Das liegt vor allem an ihrer langen Leidensgeschichte. Sie hatte immer wieder Saison-Höhepunkte mindestens teilweise verpasst, weil sie krank war und der Körper nicht richtig mitspielte. Weder bei Olympia in China noch bei den anschließenden Weltmeisterschaften war sie je topfit und dachte ans Aufhören. "Ich beneide das Durchhaltevermögen", sagte Bundestrainer Kristian Mehringer in einer Dokumentation des Weltverbands IBU: "Sie hat sich in acht bis zehn Jahren nach vielen Rückschlägen immer wieder zurückgekämpft."
Eine Operation löst viele Probleme
Erst im Frühjahr 2024 brachte eine Operation der Nasennebenhöhlen Besserung. "Ich bin froh, dass man medizinisch was gefunden hat, was der Grund dafür war, dass ich so anfällig war", sagte sie damals. Auch danach bremsten sie Erkrankungen aber noch aus, wegen einer Corona-Infektion musste sie im Dezember unfreiwillig pausieren. Das sorgte letztendlich dafür, dass sie zurücktreten wird. Ob Preuß nach Olympia sofort aufhört oder doch noch bei den letzten drei Weltcups antritt, will sie kurzfristig entscheiden.
Im Training lag ihr Fokus voll auf den Winterspielen. "Ich möchte für mich selbst einfach noch mal schöne Spiele haben. Das war eine Motivation und da macht das Training Spaß, wenn man ein Fernziel hat", sagte Preuß: "Ich hoffe, dass ich meine besten Rennen vom ganzen Winter zeigen kann."
Dafür reiste sie in den vergangenen Jahren eigenständig für Trainingslager nach Antholz, ganz ohne ihre Teamkolleginnen. Dafür mit ihrem langjährigen Lebensgefährten Simon Schempp, der mit viermal WM-Gold noch etwas erfolgreicher war als seine Freundin. Doch Preuß, die elf WM-Medaillen gewonnen hat, ist auf der Zielgeraden ihrer Laufbahn mit sich selbst im Reinen.
Eine Einzelmedaille? "Wahnsinnig schwer"
Erst mit 16 Jahren kam sie zum Biathlon, lernte den Sport spät aber schnell, nachdem sie sich zuvor als Leichtathletin versucht hatte. In diesem Winter wollte es aber nicht so laufen wie noch im vergangenen, als sie dank eines perfekten Rennens auch Weltmeisterin in der Verfolgung wurde. "Ich hoffe, dass ich jetzt wieder in diesen positiven Flow komme und man sich gar nicht so groß Gedanken um Resultate macht", sagte Preuß.
Medaillen zu planen sei unmöglich. Die Weltspitze ist enger zusammengerückt. Lou Jeanmonnot, Julia Simon, Lisa Vittozzi, Dorothea Wierer, Hanna und Elvira Öberg - die Liste der Mitfavoritinnen ist lang wie nie. "Es ist wahnsinnig schwer", sagte Preuß. Am Tag X müsse alles stimmen, "damit man überhaupt die Chance hat, aufs Podium zu kommen". Im Sprint in Ruhpolding hatte sie im Januar ein perfektes Rennen gezeigt, trotzdem wurde sie nur Fünfte.
Alleingänge kein Problem für den Verband
Während der Rest des deutschen Frauenteams meist gemeinsam für Olympia trainierte, ging Preuß ihren eigenen Weg. In der Vergangenheit war sie nach Höhentrainingslagern oft krank geworden. "Da fehlt mir ein bisschen die Überzeugung teilweise", sagte Preuß zum Gruppentraining. Für den Deutschen Skiverband waren die Alleingänge nie ein Problem. Preuß bekam die Freiräume, die sie sich wünschte und zahlte das Vertrauen mit starken Leistungen zurück.
Wenn sie sich im Frühjahr verabschiedet, wird sie eine große Lücke hinterlassen. Nachdem zuvor Laura Dahlmeier und Denise Herrmann-Wick erfolgreiche Jahre geprägt hatten, geht die letzte noch aktive deutsche Einzel-Weltmeisterin in den Ruhestand. "Es geht immer weiter", sagte Preuß und machte trotz ihres Abschieds Hoffnungen auf eine gute Zukunft: "Es gibt junge Mädels, die haben wahnsinnig viel Potenzial. Da braucht man sich keine Sorgen machen."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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