Die Einrichtung eines neuen Walschutzgebiets im Südatlantik ist bei der Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) im australischen Hobart erneut gescheitert. Der von Argentinien, Brasilien und Uruguay schon Ende der 1990er Jahre eingebrachte Vorschlag verfehlte die erforderliche Dreiviertelmehrheit um vier Stimmen, wie Teilnehmer berichteten. Es wäre weltweit das dritte Schutzgebiet für Wale nach einem in der Antarktis und einem im Indischen Ozean gewesen.
Deutschland stimmte für das Schutzgebiet. Wichtige weitere Unterstützer wie Finnland und Luxemburg seien nicht vor Ort auf der Insel Tasmanien gewesen, während die Gegner ihre Blockade aufrechterhalten hätten, teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace mit.
Minderheit stellt sich gegen Mehrheit
"Das geplante Schutzgebiet im Südatlantik - mehr als doppelt so groß wie die USA - hätte den Meeresschutz einen wichtigen Schritt vorangebracht und das Momentum für weitere Schutzmaßnahmen geliefert", sagte Franziska Saalfeld, Meeresbiologin bei Greenpeace, die die Verhandlungen vor Ort begleitete. "Diese Konferenz hätte ein historischer Erfolg zum 40. Jahrestag des Walfang-Moratoriums werden können", betonte sie.
Doch auch im 80. Jahr des IWC-Bestehens werde der weltweite Schutz der Wale von den immer gleichen Ländern ausgebremst - darunter Norwegen, aber auch durch die Elfenbeinküste und mehrere Karibikstaaten.
Nach ihrem Austritt aus der IWC 2019 hat die Walfangnation Japan nach Einschätzung von Umweltschutzorganisationen eine Allianz aus einigen afrikanischen und karibischen Staaten geschmiedet, die nun die Interessen Tokios in der Kommission vertritt.
"Es ist empörend, dass Walfangnationen und ihre Unterstützer diesen Vorschlag in einer Region, in der sie nicht einmal selbst Wale jagen, weiterhin blockieren", sagte Matt Collis, Experte beim International Fund for Animal Welfare (IFAW). Seit mehr als zwei Jahrzehnten stelle sich eine Minderheit gegen den Willen der Mehrheit der Anrainerstaaten.
Was macht die IWC?
Rund 300 Delegierte aus mehr als 60 Mitgliedsstaaten hatten seit Montag über den Schutz und die Nutzung von Walen beraten. Die Kommission, der insgesamt 89 Staaten angehören, wurde 1946 gegründet - ursprünglich, um den stark industrialisierten Walfang zu regulieren und die Bestände zu erhalten. Trotz des 1985/86 in Kraft getretenen weltweiten Moratoriums für den kommerziellen Walfang halten Norwegen, Island und Japan bisher an der kommerziellen Jagd fest.
Norwegen betonte erneut, Wale müssten grundsätzlich nutzbar sein. Die isländische Regierung hatte zuletzt hingegen angekündigt, im kommenden Frühjahr einen Gesetzentwurf vorzulegen, der den kommerziellen Walfang in isländischen Gewässern dauerhaft beenden könnte.
Schweiz zieht eigene Resolution zurück
Die Schweiz hatte bereits am Mittwoch eine von ihr selbst eingebrachte Resolution zum Schutz von Delfinen und Kleinwalen zurückgezogen - noch bevor die bereits angesetzte Arbeitsgruppe über Änderungen am Text verhandeln konnte.
"Das Verhalten der Schweiz ist absolut nicht nachvollziehbar und ein schwerer Schlag für den Artenschutz: Die Resolution hätte die erforderliche Mehrheit problemlos erreicht", sagte die Meeresschutz-Expertin Mona Schweizer von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife. Die Gründe für den Rückzug blieben unklar.
"Bittere Bilanz"
Greenpeace sprach von einem "völlig unverständlichen Schritt". Über 100 000 Delfine und Kleinwale würden jährlich durch gezielte Jagd getötet - denn das Moratorium für kommerziellen Walfang gelte nur für Großwale. Daran werde sich nun auch weiterhin nichts ändern. "Für ein Jubiläumsjahr ist das eine bittere Bilanz", betonte Pro Wildlife.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
Weitere aktuelle News im Ressort "Panorama":
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
Kerstin Ott im TV: HIER ist die Sängerin im Fernsehen zu sehen17.12.2025 - 2
Leichtathletik: Auch ohne Ansah: Deutsche Staffel sprintet zu EM-Silber15.08.2026 - 3
ESC-Boykott wegen Israel: Größter Geldgeber springt ab - wackelt der Musikwettbewerb jetzt?05.12.2025 - 4
Köln/Bergisch Gladbach: ADAC: Handys im Verkehr sind gefährliche Gewohnheit09.06.2026 - 5
Wetter an Ostern 2026: So warm wird es an Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag02.04.2026
Ähnliche Artikel
New Orleans Pelicans vs. Denver Nuggets heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Chicago Bulls vs. New York Knicks heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Milwaukee Bucks vs. Houston Rockets heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Minnesota Timberwolves vs. Golden State Warriors heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Toronto Raptors vs. Orlando Magic heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Indiana Pacers vs. Philadelphia 76ers heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Detroit Pistons vs. Charlotte Hornets heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Cleveland Cavaliers vs. Washington Wizards heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Atlanta Hawks vs. Miami Heat heute live: NBA-Liveticker & Spielstand29.10.2026
Fußball News: FC Liverpool nach Elfer-Krimi im Viertelfinale28.10.2026
Abgebrochener Start: Reifenplatzer auf Startbahn - Schreck für Ralf Schumacher28.10.2026
2. Runde: Aus im DFB-Pokal: Wagner und Hannover tief in der Krise28.10.2026
DFB-Pokal: Was ist eine Hirnhautreizung?28.10.2026
Fußball-WM: Bericht: FIFA nimmt knapp fünf Milliarden mit WM-Tickets ein28.10.2026
Abschiedstour: "Spatz von Avignon": Mireille Mathieu sagt Deutschland Adieu28.10.2026
DFB-Pokal: Kompany nach Hirnhautreizung aus Krankenhaus entlassen28.10.2026
Eilmeldung: Bayerns Kompany nach Hirnhautreizung aus Klinik entlassen28.10.2026
Handball: Remis in Skopje: Melsungens Handball-Märchen geht weiter28.10.2026
DFB-Pokal: SC Freiburg gewinnt Fünf-Tore-Krimi gegen Wolfsburg28.10.2026
DFB-Pokal: Mit Mühe gegen Dorfclub: Hertha erreicht Pokal-Achtelfinale28.10.2026




