
Bei einem Sommergewitter ballen sich gewaltige Kräfte in der Atmosphäre zusammen. Voraussetzung ist ein großer Temperaturunterschied zwischen der erwärmten Luft am Boden und der kühleren in der Höhe. Dann können feuchtwarme Luftmassen von unten nach oben steigen. Die Feuchtigkeit kondensiert in der Kälte zu Tröpfchen und bildet mächtige Gewitterwolken (Cumulonimbus).
Durch Auf- und Abwinde wirbeln die Wasser- und Eisteilchen in der Wolke aneinander vorbei. Letztlich nimmt dabei die positive elektrische Ladung im oberen Teil der Wolke zu, während sich an der Wolkenunterseite eher die negativen Ladungen anreichern. Das immer größer werdende elektrische Spannungsfeld entlädt sich durch einen kräftigen Blitz. Negative Ladung fließt nach unten, positive vom Erdboden aus nach oben.
Dabei fließt laut DWD kurzzeitig eine Stromstärke von bis zu 500 000 Ampere. Zum Vergleich: Die Steckdosen sind in Deutschland in der Regel auf einen Strom von 16 Ampere ausgelegt. Die Luft im Blitzkanal erhitzt sich rasch auf rund 30 000 Grad Celsius, wodurch sie sich explosionsartig ausdehnt. Die akustische Schockwelle hört man als Donner.
Der weitaus größte Teil des Blitzstroms fließe auf der Körperoberfläche eines Menschen ab, schreibt der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Im Durchschnitt sterben dennoch nach seinen Daten 4 Personen pro Jahr bei Blitzunfällen, 110 werden verletzt. Es kann etwa zu Herz- oder Gehirnschädigungen, Atemstillstand und Verbrennungen kommen. Manche Verletzungen wie chronische Schmerzen, Bluthochdruck oder eine Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens zeigen sich erst nach Tagen oder Monaten.
Vor Blitzen sollte man laut DWD Schutz suchen - am besten in festen Gebäuden oder im Auto. "Alleinstehende Bäume, hohe Türme und Masten, Metallzäune und Gewässer sollte man meiden und keinesfalls der höchste Punkt in der Umgebung sein." Im Freien sollte man in eine Bodenmulde gehen, die Füße eng zusammenstellen und die Arme um die Beine schlingen.
Aus den Gewitterwolken fallen laut DWD zudem häufig heftige Niederschläge in Form von Regen, Schnee, Hagel oder Graupel. Dabei können auch starke Windböen auftreten. Starkniederschläge können zu Überschwemmungen führen und Hagel unter anderem zu Ernteverlusten.
Hagelkörner entstehen laut DWD in einer Gewitterwolke, wenn unterkühltes Wasser und Eiskristalle beim Zusammenstoß sogenannte Hagelembryos bilden und sich danach Wasser und weitere Eiskristalle anlagern. Hagel nennt der DWD diese Körner ab 5 Millimeter Größe, davor Graupel. Sie könnten aber im Extremfall zehn Zentimeter erreichen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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