
Kai Havertz vergrub sein Gesicht im Trikot, trottete nach der nächsten Verletzung frustriert vom Feld und verschwand im Spielertunnel. Doch der Nationalspieler könnte dem FC Arsenal nach seiner Auswechslung am Wochenende in dieser Saison noch helfen. Die Londoner wirken im Rennen um die großen Titel seit Wochen nervös, doch mit dem hart erkämpften 1:0 gegen Newcastle United wahrte das Team vor dem Champions-League-Halbfinale bei Atlético Madrid auch in der Premier League seine Chancen. Noch sind zwei große Trophäen für Arsenal möglich, auch wenn sie gerade nicht unbedingt in Reichweite scheinen.
"Kein Spaziergang mit Rosen und Musik"
Für Arsenal-Trainer Mikel Arteta zählen in der Schlussphase der Saison allein die Ergebnisse. "Nachdem wir 22 Jahre keinen (Meister-)Titel gewonnen haben, erwarte ich nicht, dass es ein Spaziergang mit Rosen und schöner Musik sein wird. Es wird so sein wie heute, und wir sind darauf vorbereitet", sagte Arteta nach dem Sieg über Newcastle trotzig. Havertz war dabei wegen Leistenschmerzen ausgewechselt worden. Beim Hinspiel in Madrid am Mittwochabend (21.00 Uhr/DAZN) wird er definitiv fehlen.
Über weite Strecken dieser Premier-League-Spielzeit galt Arsenal als Titelanwärter Nummer eins und träumte zwischenzeitlich sogar vom Quadrupel aus Meisterschaft, Champions League, FA Cup und Ligapokal. Doch im FA-Cup-Halbfinale blamierte sich Arsenal gegen Zweitligist Southampton (1:2).
Neville: Auf Schubkarre ins Ziel
Das Ligapokal-Finale verlor man gegen Manchester City (0:2), den Konkurrenten im Premier-League-Titelrennen, der den Londonern auch die Meisterschaft auf den letzten Metern wegzuschnappen droht. Nach Niederlagen gegen Bournemouth und Man City (jeweils 1:2) ist Arsenals einst komfortabler Tabellenvorsprung aufgebraucht.
Zwar steht Arsenal nach dem Sieg gegen Newcastle zunächst wieder an der Spitze, aber Manchester City hat noch ein Spiel in der Hinterhand und die bessere Tordifferenz. 2022/23 beendete das City-Team von Pep Guardiola die Saison mit zwölf Siegen in Serie. 2023/24 sicherte sich City den Titel am letzten Spieltag nach neun Siegen in Serie mit zwei Punkten Vorsprung vor Arsenal.
"Wenn sie über die Ziellinie kommen wollen, muss man sie mit einer Schubkarre schieben. Sie werden nicht drüber segeln", prophezeite der frühere Nationalspieler und heutige Experte Gary Neville. "Es wird ein richtiger Kampf. Sie werden in den kommenden Wochen nicht ganz plötzlich in Form kommen", fügte der langjährige Profi von Manchester United hinzu.
Verletzungspech für Havertz
Havertz bleibt derweil vom Verletzungspech verfolgt. Der DFB-Star, der in den vergangenen anderthalb Jahren zwei schwere Operationen mit langen Reha-Phasen über sich ergehen lassen musste, steht erst seit Ende Januar wieder regelmäßig auf dem Platz und hat sich als Leistungsträger etabliert.
Der Ex-Leverkusener erzielte ein Tor in der Liga, eins im Pokal und drei in der Champions League, darunter das Siegtor im Viertelfinal-Hinspiel bei Sporting Lissabon. Das reichte nach dem mühsamen 0:0 im Rückspiel. Dass eine solche Leistung gegen Atlético, Bayern oder Paris Saint-Germain genügt, darf bezweifelt werden. Atlético von Trainer Diego Simeone biss sich im Viertelfinale gegen den FC Barcelona in seiner typisch-kämpferischen Manier durch.
Coach Arteta zeigt Nerven
Gebetsmühlenartig betont Arteta, dass noch alles offen sei. Das stimmt. Trotzdem geht das Gefühl um, dass es wieder kein Happy End gibt, der FCArsenal zum vierten Mal in Folge nur Vizemeister werden und am Ende erneut mit leeren Händen da stehen könnte. Der einstige Co-Trainer von Pep Guardiola wirkt im Endspurt zunehmend gestresst und verbissen, fuchtelt wütend am Spielfeldrand herum. Gelassen sieht anders aus.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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