Fährunglück im Mittelmeer: Videos zeigen sinkendes Schiff – mindestens sechs Tote
30.08.2026
Fährunglück im Mittelmeer: Videos zeigen sinkendes Schiff – mindestens sechs Tote
  • Fähre mit 267 Menschen an Bord kentert kurz nach dem Ablegen vor Kyrenia
  • Mindestens sechs Menschen sterben, mehr als 172 Personen werden bislang gerettet
  • Dutzende Menschen werden noch vermisst – die Ursache für das Unglück ist bislang unklar

Vor der nordzyprischen Hafenstadt Kyrenia hat sich am Sonntagnachmittag ein schweres Schiffsunglück ereignet. Eine Katamaran-Fähre mit insgesamt 267 Menschen an Bord kenterte kurz nach dem Ablegen im Mittelmeer. Mindestens sechs Personen kamen dabei ums Leben, wie der nordzyprische Ministerpräsident Ünal Üstel laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu bestätigte. Bislang konnten 172 Menschen aus dem Wasser geborgen werden. Die Such- und Rettungsarbeiten dauern weiterhin an. Dutzende Personen gelten noch als vermisst.

Weitere Meldungen aus dem Panorama-Ressort finden Sie am Ende dieses Artikels.

Schiffsunglück vor Zypern – Wassereinbruch aus ungeklärter Ursache

Auf Handyvideos, die in sozialen Netzwerken kursieren, ist das tonnenschwere Schiff zu sehen, wie es mit dem Kiel nach oben im Meer treibt. Zahlreiche Passagiere hatten sich offenbar zunächst auf den umgekippten Rumpf retten können.

1827604

Die Fähre hatte Kyrenia erst kurz zuvor in Richtung der südtürkischen Hafenstadt Mersin verlassen, als aus bislang unbekannten Gründen Wasser in den Rumpf eindrang. Nach Angaben des nordzyprischen Verkehrsministers Erhan Arikli setzte die Besatzung daraufhin einen Notruf ab. Türkischen Behörden zufolge befand sich das Schiff zu diesem Zeitpunkt rund vier Seemeilen vor der Küste.

Laut dem Sender CNN Türk unternahm der Kapitän noch den Versuch, mit der Fähre umzukehren – offenbar vergeblich. Das Schiff kippte trotz vergleichsweise ruhiger See. Weshalb der Katamaran bei mäßigem Wellengang derart schnell Wasser aufnehmen konnte, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Dramatische Rettung aus sinkender Fähre im Mittelmeer

Unmittelbar nach dem Unglück wurde ein großangelegter Rettungseinsatz eingeleitet. Der türkische Vizepräsident Cevdet Yilmaz teilte auf der Plattform X mit, dass die türkische Küstenwache die Bergungsarbeiten aktiv unterstütze. Neben Schiffen der nordzyprischen Küstenwache wurden auch Rettungshubschrauber zur Unglücksstelle entsandt. Weitere Boote liefen aus dem Hafen von Kyrenia aus.

Fernsehbilder von CNN Türk zeigten erschütternde Szenen: Dutzende Menschen trieben in Rettungswesten im Wasser, während ein Helikopter über ihnen kreiste. Die Überlebenden warteten darauf, in Sicherheit gebracht zu werden. Angesichts der Differenz zwischen den 267 Personen an Bord und den bisher 172 Geretteten sowie sechs bestätigten Todesopfern bleibt das Schicksal zahlreicher Menschen weiterhin ungewiss.

Geteilte Insel, wichtige Fährverbindung

An Bord der Katamaran-Fähre befanden sich nach Angaben von Verkehrsminister Arikli 259 Passagiere sowie acht Besatzungsmitglieder. Das Schiff sollte die südtürkische Küstenstadt Mersin ansteuern – eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Nordzypern und dem türkischen Festland.

Die Mittelmeerinsel ist seit 1974 faktisch zweigeteilt. Damals putschten griechisch-zyprische Nationalisten gegen die Regierung, woraufhin die Türkei militärisch intervenierte. 1983 rief der Norden die Türkische Republik Nordzypern (KKTC) aus, die bis heute international ausschließlich von Ankara anerkannt wird. Die Europäische Union nahm Zypern 2004 zwar als Gesamtstaat auf, doch das EU-Recht gilt im Nordteil der Insel nicht.

Weitere Meldungen aus dem Panorama-Ressort finden Sie hier:

Ähnliche Artikel