
Umringt von euphorischen Fans klatschte und hüpfte Edin Dzeko auf der Nordtribüne, als hätte er seine Aufstiegs-Mission mit Schalke 04 gerade vollendet. Die bemerkenswerte Kurvenparty der Mannschaft gemeinsam mit den Anhängern nach dem 5:3-Spektakel gegen den 1. FC Magdeburg ließ auch den bosnischen Stürmerstar nicht kalt.
"Deswegen bin ich gekommen, weil ich wusste, was Schalke ist. Ich wusste, was für Fans Schalke hat. Was für ein großartiger Verein das ist", sagte Dzeko. Der bald 40-Jährige ist Meister in Deutschland und England geworden, stand in einem Champions-League-Finale und hat fast 150 Länderspiele absolviert - doch die königsblaue Wucht packt auch ihn. Für Dzeko steht fest: "Schalke darf nicht in der zweiten Liga spielen."
Teamkollege adelt Dzeko: "Legende"
Stand jetzt wird der Ruhrpott-Club in der nächsten Saison sein Bundesliga-Comeback feiern. Schalke führt die Tabelle weiter an, doch auch die Verfolger SV Darmstadt 98 (2:1 gegen Düsseldorf) und SV Elversberg (3:1 gegen Braunschweig) gaben sich keine Blöße. Der Aufstiegskampf bleibt spannend - und Schalke ist anders als in den letzten zwei Horror-Jahren mittendrin.
Liefert Dzeko weiter so ab wie seit seiner spektakulären Verpflichtung, dann stehen Schalkes Chancen gut. Durch seinen Kopfballtreffer zum 2:1 und seine Torvorlage zum 4:2 durch Dejan Ljubicic gegen Magdeburg kommt er nun auf sieben Scorerpunkte in nur fünf Spielen.
"Dzeko ist eine Legende. Du findest ihn immer im Strafraum, er steht immer richtig", schwärmte der seit seinem Winter-Wechsel ebenfalls herausragende Adil Aouchiche. Der frühere Schalke-Torjäger Simon Terodde bezeichnete Dzeko als "Cheat-Code" - soll heißen: Der Weltstar ist viel zu gut für die 2. Liga.
Abwehr plötzlich Schalkes Schwachstelle
In der Tat besticht Dzeko mit seiner Spielintelligenz, er trifft in nahezu jeder Situation die richtige Entscheidung. Dazu sind sein Abschluss und seine Ballbehandlung nach wie vor Weltklasse.
Doch nicht nur Dzeko macht Schalke besser. Auch die ebenfalls im Winter verpflichteten Aouchiche und Ljubicic sorgen für jenen Offensivschwung, den sich viele Schalke-Fans in der Hinrunde gewünscht hatten.
Das Problem ist: Die Balance zwischen Angriff und Abwehr hat Schalke noch nicht hinbekommen. "Was mich aber ärgert, sind die drei Gegentore", sagte Trainer Miron Muslic, "das geht nicht". Auch Kapitän Kenan Karaman wollte deswegen das Spiel nochmal "härter analysieren". Auch das eher wacklige Schalke-Debüt von Torwart Kevin Müller, der den am Rücken verletzten Loris Karius ersetzte, könnte dann ein Thema sein.
So kam es zur Kurvenparty
Doch am Samstagabend war all das egal, nichts konnte die Feierlaune trüben. Die Idee, die Mannschaft zu sich hochkommen zu lassen, kam von den Schalke-Ultras. Auch für ihn persönlich sei das "ein sehr, sehr besonderer Moment" gewesen, äußerte Kapitän Karaman. Für Trainer Muslic hatte es sich "absolut surreal angefühlt, in dieser Menschenmenge zu stehen, die Energie zu spüren und diese Liebe zu spüren".
Auch daran ist der bemerkenswerte Wandel auf Schalke zu erkennen: In der Vorsaison, als Schalke kurz vor dem Absturz in die Drittklassigkeit stand, war den Spielern meist blankes Entsetzen oder gar ungefilterte Wut entgegengeschlagen.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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