
Die halbe Bundesliga zittert um den Klassenerhalt - und der Beste des gnadenlosen Abstiegskampfes wird womöglich mit dem Europacup belohnt. Der neunte Platz in der Fußball-Bundesliga könnte in diesem Jahr noch für den internationalen Wettbewerb reichen, wodurch der Saisonendspurt zusätzlich an Brisanz gewinnt. Clubs wie FSV Mainz 05, Union Berlin, Hamburger SV, 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach und selbst Werder Bremen befinden sich plötzlich zwischen Existenzsorgen und Europapokalträumen.
Für die Mainzer liegt der Fokus nach dem Ausscheiden aus der Conference League aufgrund der 0:4-Klatsche im Viertelfinal-Rückspiel bei Racing Straßburg auf dem Ligaverbleib. Man habe keine Zeit, "die Köpfe hängen zu lassen", sagte Kapitän Silvan Widmer mit Blick auf das wichtige Spiel bei Abstiegs-Mitkonkurrent Gladbach am Sonntag. Kurios: Kommen die Mainzer gut durch die nächsten Wochen, ist ein schnelles internationales Comeback keineswegs ausgeschlossen.
Plötzlich schauen alle auf Freiburg
Aufgrund der aktuellen Konstellation sind für die Bundesliga in der Saison 2026/27 noch neun statt der sechs festen Europacup-Startplätze, die ihr gemäß der Fünfjahreswertung der europäischen Fußball-Union über die Liga zustehen, möglich. Dafür muss Folgendes passieren:
(1) Die Bundesliga belegt einen der beiden ersten Plätze im UEFA-Saisonranking. Das wird mit einem zusätzlichen Champions-League-Platz belohnt.
(2) Freiburg gewinnt die Europa League und qualifiziert sich nicht über die Liga für einen internationalen Wettbewerb. Als Europa-League-Gewinner dürften die Breisgauer aber dennoch in der Königsklasse spielen.
(3) Den DFB-Pokal gewinnt ein Team, das sich über die Liga für die Champions League oder Europa League qualifiziert. In dem Fall geht das Europa-League-Startrecht für den nationalen Pokalgewinner an die Liga. Da drei der vier Halbfinalisten (FC Bayern, VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen) aktuell zu den Top-5 gehören, sind die Chancen dafür groß. Freiburg ist der vierte Halbfinalist.
Im Idealfall sind also noch sechs Plätze für die Champions League, zwei für die Europa League und einer für die Conference League möglich.
Deutschland oder Spanien - wer wird Nummer zwei hinter England?
Im UEFA-Saisonranking hat die Bundesliga auf Rang drei im Viertelfinale der internationalen Wettbewerbe gegenüber der spanischen La Liga weiter an Boden gut gemacht.
Deutschland kann noch mit Freiburg und dem FC Bayern (Champions League) punkten, Spanien hat in Atlético Madrid (Champions League) und Rayo Vallecano (Conference League) ebenfalls noch zwei Vertreter im Rennen. Beide Nationen liegen eng beieinander, alles ist möglich.
Macht es die Bundesliga wie die Premier League?
Unangefochtener Spitzenreiter bleibt die englische Premier League, von der noch vier Clubs Europacup-Sieger werden können. England war in dieser Saison mit insgesamt sechs Teams in der Champions League angetreten - ein Novum. Schafft das nun auch die Bundesliga?
Besonders wichtig waren im Duell mit Spanien die Viertelfinal-Siege des FC Bayern gegen Real Madrid und des SC Freiburg gegen Celta Vigo. Die Münchner um Trainer Vincent Kompany seien "für uns alle in der Bundesliga eine große Inspiration", meinte Freiburgs Trainer Julian Schuster: "Ich finde es sehr, sehr besonders, dass wir international so ein Aushängeschild haben." Doch jetzt ist vor allem das Abschneiden des SC Freiburg maßgeblich für die Anzahl der deutschen Europokal-Startplätze.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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