
Er könnte ein Buch über diesen Spieler schreiben, sagte Senegals Trainer Pape Thiaw neulich über Sadio Mané. Der Stürmerstar sei "eine Inspiration für den gesamten afrikanischen und den internationalen Fußball". Mané gebe "alles für die Flagge Senegals". Es war einer dieser Momente, in denen Thiaw einfach mal nur über Fußball sprechen durfte.
Ein Buch schreiben könnte er vermutlich auch über das, was rund um sein Team sonst so passiert. Nach dem skandalösen Ausgang des Afrika Cups drohte für die Senegalesen auch die WM in einem Chaos zu enden. Doch sie sind noch dabei beim XXL-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko. Im Sechzehntelfinale treffen sie am Mittwoch auf Belgien (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV). Mit Mané. Mit ihrem neuen WM-Rekordtorschützen Ismaila Sarr. Und mit dem zuletzt vom FC Chelsea an den FC Bayern ausgeliehenen Nicolas Jackson. Geht da was?
Afrika-Cup-Skandal begleitet Team zur WM
"Wir sind der Afrikameister", sagte Trainer Thiaw schon mehrfach während dieser WM - und das ganz bewusst. Die Senegalesen klammern sich weiter fest an den Titel, der ihnen rund zwei Monate nach dem Finale des Afrika Cups in Marokko aberkannt wurde. Ursprünglich hatten sie das Endspiel in Rabat im Januar mit 1:0 gegen die Gastgeber gewonnen. Thiaw hatte seine Spieler nach einem fragwürdigen Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit aber in die Kabine zitiert, Offensiv-Ass Mané sie dann wieder auf den Rasen zurückgeholt.
Marokko wurde Wochen später zum Sieger erklärt. Die Senegalesen kündigten an, vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas dagegen vorzugehen. Das Thema begleitete die Westafrikaner auch zu dieser WM. Und nicht nur dieses. Zu Turnierbeginn gab es Medienberichte, wonach einige senegalesische Profis noch auf ausstehende Prämien des Verbandes warten würden und sich zudem über die Ausstattung des WM-Quartiers in New Jersey beschwert hätten.
Verbandspräsident beschwichtigt
Thiaw bestätigte gewisse Unstimmigkeiten, ohne jedoch ins Detail zu gehen. Es sei wahr, dass ein paar Dinge geklärt werden müssten, sagte der 45-Jährige auf eine Frage unter anderem nach Prämien. Nachdem die Senegalesen durch das 5:0 im Gruppenfinale gegen den Irak zuletzt doch noch den Sprung in die K.o.-Phase geschafft hatten, meldete sich dann auch noch Verbandschef Abdoulaye Fall zu Wort. Spannungen im Team gebe es keine, beschwichtigte er. Es hätte gegen Frankreich (1:3) und Norwegen (2:3) zuvor auch einfach Pech gehabt.
Alles halb so wild also bei den Senegalesen? Sportlich zumindest liegen sie im Soll. Zum dritten Mal haben sie eine WM-Vorrunde überstanden. 2002 ging es bis ins Viertelfinale. Von der damaligen Mannschaft, zu der auch der heutige Trainer Thiaw als Spieler gehörte, schwärmen sie in der Heimat noch immer.
Mané noch nicht der Unterschiedsspieler
So wie von Mané, dem Rekordtorschützen der Nationalmannschaft und dem mit Abstand größten Fußball-Star des Landes. Bisher hat der einstige Stürmer des FC Liverpool, der in der Saison 2022/2023 bei Bayern München spielte und dann zu Al-Nassr nach Saudi-Arabien weiterzog, dieser WM noch nicht seinen Stempel aufdrücken können. Beim Sieg gegen den Irak war er aber - wenn auch nicht als Torschütze - schon viel auffälliger als in den beiden Partien zuvor.
Auch die jetzige sei eine "gute Generation", die schon "viel erreicht habe", sagte der frühere Kölner Ismail Jakobs zuletzt. Er glaube, so der Verteidiger von Galatasaray Istanbul: "Wir inspirieren viele junge senegalesische Menschen." Bei dieser WM wollen die Senegalesen jedenfalls nur noch sportlich auffallen.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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