
Laut afrikanischen Medienberichten soll Senegals Cheftrainer Pape Thiaw aufgrund seines ungelösten Vertragsstreits gedroht haben, nicht mit der Mannschaft zur Fußball-WM in die USA zu fliegen. Demnach wollte der 45-Jährige am Mittwochabend nicht an Board eines Flugzeuges steigen, solange seine Situation nicht geklärt sei, wie unter anderem "Dsports" aus Senegal berichtete. Daraufhin sei es zu Verschiebungen des Abflugs der Mannschaft rund um Stürmerstar Sadio Mane gekommen. Der senegalesische Fußballverband FSF wies die Gerüchte "kategorisch" zurück.
Der Vertrag des früheren Profis war im Februar ausgelaufen, seitdem soll er ohne Bezahlung und ohne neuen Kontrakt arbeiten. Thiaw, der sich in den letzten Monaten öffentlich zurückhielt, soll zwei Wochen vor WM-Beginn nun formelle Zusicherungen gefordert haben, hieß es.
Zuvor habe er trotz des Schwebezustands der Vertragsverhandlungen seine Arbeit fortgesetzt, um die Stabilität des Teams im Vorfeld der Weltmeisterschaft zu wahren. Demnach habe er die komplette Vorbereitung der Löwen organisiert, ohne dafür administrative oder finanzielle Garantien zu haben.
Verband dementiert Vorfall
Der Verband teilte in einer Erklärung mit, dass man "die unbegründeten Gerüchte, der Nationaltrainer habe die Reise aus Gründen der Vertragsverhandlungen verweigert, entschieden zurückweise". Zwar würden mit Thiaw "legitime Vertragsgespräche" laufen, "diese haben jedoch keinerlei Auswirkungen auf den Reiseplan der Mannschaft", hieß es weiter. Laut Medien soll die Personalie Thiaw zwischen der FSF und dem Sportministerium festgefahren sein.
Am Mittwoch war die Mannschaft nach einem Besuch im Palast des senegalesischen Präsidenten Bassirou Diomaye Faye zum Flughafen gefahren. Am späten Mittwochabend bestätigte die FSF dann, dass es zu Verzögerungen der Reisepläne gekommen sei. Der ursprünglich für 15.30 Uhr geplante Flug wurde zunächst auf 19.00 Uhr und dann noch einmal auf 23.00 Uhr verschoben.
Verband erklärt Flugverzögerungen
Der Verband erklärte das mit "ausschließlich administrativen und logistischen Einschränkungen". Diese kleineren logistischen Rückschläge würden in keiner Weise den Zusammenhalt und die Entschlossenheit der Spieler, des Trainerteams und des Verbandes beeinträchtigen, ließ die FSF weiter verlauten.
Thiaw hatte im Dezember 2024 den Cheftrainerposten übernommen und Senegal im Januar zum Sieg beim Afrika-Cup geführt. Nach tumultartigen Szenen im Finale war den Löwen der Sieg allerdings aberkannt und Marokko zum Sieger erklärt worden. Thiaw hatte mit seiner Anweisung, seine Spieler nach einer aus seiner Sicht falschen Schiedsrichterentscheidung in die Kabine zu schicken, selbst bei FIFA-Präsident Gianni Infantino für Unmut gesorgt. Dafür hatte er sich entschuldigt. Der Senegal will gegen die Entscheidung vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas vorgehen.
Senegal bestreitet am Sonntag ein Freundschaftsspiel gegen die USA, bevor am 10. Juni ein weiteres Testspiel gegen Saudi-Arabien folgt. Bei der WM trifft Senegal in der Gruppe I auf Frankreich, Norwegen und den Irak.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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