
Jürgen Klopp hier, Jürgen Klopp da. Der wohl künftige Bundestrainer war für das deutsche Publikum das prägende Gesicht der Fußball-Weltmeisterschaft. Als Experte des Telekom-Senders MagentaTV sorgte er mit seinen Auftritten für Aufsehen, und am Ende war er auch bei ARD und ZDF immer wieder ein wichtiges Thema. An Klopp kommt eine TV-Bilanz des ersten Turniers mit mehr als 100 Spielen nicht vorbei - auffällig waren aber auch andere Dinge.
Ein früher Topwert und ein frühes Aus
Die meisten Zuschauer schauten ARD und ZDF. Publikumslieblinge waren bis zum Ausscheiden die deutschen Fußballer mit einem Spitzenwert von durchschnittlich 23,427 Millionen, erzielt schon beim ersten Spiel gegen Curaçao in der ARD. Und nach dem frühen Ende der Hoffnungen mit der Niederlage gegen Paraguay?
"Nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft gab es beim Zuschauerinteresse eine Delle", kommentierte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. Reichweiten und Marktanteile sanken. "Aber nach einer kurzen Pause haben die Zahlen wieder angezogen."
"Lust auf diese großen Lagerfeuer-Events"
Die beiden Halbfinals mit durchschnittlich 12,688 und 13,702 Millionen Zuschauern sorgten vor dem abschließenden Wochenende für die Bestwerte bei den Spielen ohne deutsche Beteiligung. "Wir haben eine hohe Akzeptanz erhofft und sind bestätigt worden", sagte ZDF-Sportchef Yorck Polus. "Die Menschen haben nach wie vor Lust auf diese großen Lagerfeuer-Events."
Durch die vielen Anstoßzeiten nach Mitternacht deutscher Zeit gab es allerdings auch einige Partien mit deutlich weniger als einer Million Zuschauer. Das verhalf aber anderen Formaten zu Rekordwerten. "Die Zusammenfassungen am Morgen auf den digitalen Ausspielwegen sind durch die Decke gegangen", sagte ARD-Sportchef Balkausky.
44 Partien nur gegen Bezahlung
Der Erfolg der Highlights am Morgen dürfte auch damit zusammenhängen, dass es so viele WM-Spiele im Bezahlfernsehen gab wie noch nie. 44 Partien zeigte die Telekom exklusiv auf dem konzerneigenen Bezahlsender MagentaTV, darunter auch zwei attraktive Viertelfinals.
England gegen Norwegen mit acht Millionen Zuschauern war der Telekom-Spitzenwert, der sich aufgrund unterschiedlicher Berechnungen nicht mit den ARD/ZDF-Zahlen vergleichen lässt. Das gilt auch für die 200 Millionen Zuschauer über das gesamte Turnier, die von der Telekom gezählt wurden.
"Natürlich ist es eine neue Marktsituation"
Dennoch zeigen die Telekom-Daten die Fußball-Begeisterung der Deutschen. "Wir haben gemeinsam mit unseren Partnern in allen Bereichen Maßstäbe gesetzt: technologisch, analytisch und emotional", sagte Deutschland-Chef Rodrigo Diehl, der sich besonders über die Verpflichtung von Klopp als Experten freuen darf.
Auch bei der Europameisterschaft in zwei Jahren zeigt MagentaTV als einziger Anbieter alle Spiele, ein Drittel davon exklusiv. Dann aber wohl nicht mit Klopp als aufgedrehtem Telekom-Mitarbeiter, sondern als Bundestrainer.
"Natürlich ist es eine neue Marktsituation dadurch, dass Magenta dabei ist - noch dazu mit sehr großem PR-Auftritt", sagte ZDF-Sportchef Polus. "Es hat sich jedoch gezeigt: Es gibt ein so großes Interesse am Fußball, dass auch Platz für zwei Anbieter ist, die Öffentlich-Rechtlichen plus Magenta."
Ungewohnte Bildführung, viele Promis
Angesichts der vielen Stunden WM-Berichterstattung war die Zahl der Pannen überraschend klein. Werbung während der Eröffnungsfeier und eine falsche Flagge beim ZDF, ein verspäteter und schwitzender Bastian Schweinsteiger bei der ARD - die Aufregung beim Publikum hielt sich angesichts von mehr als 100 Live-Spielen in Grenzen.
Auch die zuweilen ungewohnte Bildführung des von der FIFA beauftragten Host Broadcast Services (HBS) sorgte weniger für Ärger, sondern eher für Verwunderung. "Sie haben viele Promis gezeigt", sagte der ARD-Sportkoordinator: "Ich hätte da manchmal lieber Fans gesehen oder einen schnellen Schwenk zurück aufs Spielfeld."
Sein ZDF-Kollege Polus erklärte, "dass die Bild-Regie an der einen oder anderen Stelle durchaus ungewohnt war. Nichtsdestotrotz sind die Bilder, die wir von HBS geliefert bekommen, im Großen und Ganzen eindrucksvoll, von hoher Qualität und in einem guten Standard."
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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