
Den Arroganz-Verdacht wies Italiens Federico Dimarco weit von sich. "Man hat mich arrogant genannt - aber wie könnte ich das sein? Mit welchem Recht, wo wir seit zwölf Jahren nicht bei einer WM dabei waren?", sagte der Nationalspieler von Inter Mailand. Ein Video, das ihn jubelnd beim Finaleinzug Bosnien-Herzegowinas zeigt, sorgte vor dem Playoff-Showdown für Wirbel.
Ein leichter Gegner im entscheidenden Spiel um die WM-Teilnahme wird das Team um Superstar Edin Dzeko für Italien wirklich nicht. Dzeko will die Mannschaft von Trainer und Ex-Bundesligaprofi Sergej Barbarez zum zweiten Mal in der Verbandshistorie zur WM schießen. Im deutschen Titeljahr 2014 waren die Bosnier erstmals dabei - auch damals natürlich schon mit Dzeko.
Dzeko macht auch mit 40 noch den Unterschied
Der Mittelstürmer ist mittlerweile 40 Jahre alt, doch immer noch ein Abwehrschreck. Als der frühere Bundesligatorschützenkönig im Winter in die zweite Liga zum FC Schalke 04 wechselte, fragten sich viele: Hat er es noch drauf? Die Antwort gibt der Ausnahmesportler, der in seiner Karriere unter anderem für Manchester City, die AS Rom und Inter Mailand spielte, quasi wöchentlich.
In acht Partien für den Zweitliga-Tabellenführer hat Dzeko sechsmal getroffen. Er ist der Unterschiedsspieler für Schalke und auch in der bosnischen Nationalmannschaft. Mit sechs Treffern in der WM-Qualifikation ist der Kapitän der beste Torschütze des Barbarez-Teams. Mit seinem Tor zum 1:1 im Halbfinale in Wales in der 86. Minute ermöglichte Dzeko seiner Mannschaft überhaupt erst die Verlängerung und den Sieg im Elfmeterschießen.
"Wir haben das Finale verdient, wir hatten eine gute Qualifikation", sagte Dzeko. "Jetzt kommen die Italiener als haushohe Favoriten nach Zenica, aber wir haben 90 Minuten Zeit, um zu zeigen, was wir können. Wir werden definitiv alles geben."
Dimarco erwartet "heißes Pflaster"
Für Dzeko, Ermedin Demirovic vom VfB Stuttgart & Co. wäre die WM-Qualifikation ein großer Erfolg, der nicht zwingend vorausgesetzt wird. In Italien ist das anders. Verpasst der viermalige Weltmeister die Teilnahme an dem Mega-Turnier mit 48 Mannschaften in den USA, Mexiko und Kanada, wäre das eine sportliche Katastrophe. Drei Weltmeisterschaften nacheinander ohne Italien: Das schien früher unvorstellbar. Der Druck ist riesig.
"Wir haben in dieser Woche ein bisschen Monster gesehen, wenn du zurückdenkst an das, was Italien in den letzten Jahren passiert ist", verriet Sandro Tonali nach dem 2:0 im Halbfinale gegen Nordirland. Der 25-Jährige und Moise Kean schossen Italien ins Playoff-Endspiel an diesem Dienstag (20.45 Uhr/DAZN). Wirklich stark spielte Italien aber auch gegen die biederen Nordiren nicht. Bosnien-Herzegowina wird ein herausfordernder Gegner.
"Wir wissen, dass es ein heißes Pflaster wird - die Bosnier haben denselben Willen wie wir, zur WM zu fahren", sagte Dimarco, der Kontrahent Dzeko als Freund bezeichnet und ihn nach eigenen Angaben sogar im Urlaub traf. "Wir werden alles tun, um es zu schaffen. Wir sind Italien, tragen Verantwortung, und wir haben es verdient."
Für den Gewinner des großen Showdowns im Stadion "Bilino Polje" von Zenica wären Kanada, Katar und die Schweiz in Gruppe B die WM-Gegner.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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