
Alfred Gislason verabschiedete sich mit einer bitteren Erkenntnis in die lange Sommerpause. "Ich glaube, wir können nicht sagen, dass wir näher an den Dänen dran sind, sie sind einfach gut. Insgesamt sind wir nicht näher an sie herangekommen", resümierte der Bundestrainer nach dem 29:31 der deutschen Handballer im zweiten Duell mit dem Olympiasieger, Weltmeister und Europameister zum Abschluss der EM-Saison.
Fast noch mehr schmerzt Gislason, dass er jetzt fast ein halbes Jahr lang zur Tatenlosigkeit verurteilt ist. Erst Anfang November kommt die DHB-Auswahl für die EM-Qualifikationsspiele gegen Belgien und in der Slowakei wieder zusammen. "Das ist eine sehr lange Zeit, in der ich die Jungs nicht sehe. Als Bundestrainer hätte ich natürlich gern zu Beginn der nächsten Saison eine Woche mit der Mannschaft. Aber das geht leider nicht", klagte der 66-Jährige.
Auch Dänemarks B-Team zu stark
Gislason bleiben vor der Heim-WM im Januar 2027 effektiv nur zwei Wochen Zeit, um sein Team auf die Medaillen-Mission vorzubereiten. Dabei gibt es noch einiges zu tun. "Unsere Chancenverwertung war nicht gut genug, dazu haben uns einige schmerzhafte technische Fehler aus dem Tritt gebracht. Wir haben die nötige Konstanz vermissen lassen und nicht unser Optimum erreicht. Mit der Vielzahl an Fehlern sind wir gegen Dänemark nicht konkurrenzfähig", befand Kapitän Johannes Golla.
Selbst ohne Welthandballer Mathias Gidsel und Top-Kreisläufer Magnus Saugstrup waren die Skandinavier zu stark für die DHB-Auswahl, der im elften Duell nacheinander ihre Grenzen aufgezeigt wurden. Seit April 2016 wartet Deutschland nun schon auf einen Sieg gegen Dänemark. "Wir waren nah dran und haben es doch wieder nicht geschafft. Deshalb bin ich sehr enttäuscht", sagte Gislason.
WM-Weg steht am 10. Juni fest
Dem Isländer bleibt vorerst nur die Hoffnung, "dass sich alle in der Sommerpause erholen und eine gute Vorbereitung haben. Denn wir brauchen alle topfit, wenn wir eine gute WM spielen wollen." Zunächst geht der Blick aber nach München, wo am 10. Juni die WM-Auslosung steigt. "Ich bin sehr gespannt, wer da auf uns zukommt", sagte Gislason.
Angesichts der jüngsten Erfahrung bei der EM, als die deutsche Mannschaft auf dem Weg zur Silbermedaille nach einer Pleite gegen Serbien vor dem historischen Vorrunden-Aus stand, mahnte der Bundestrainer: "Man muss erst einmal höllisch aufpassen, gut aus der Gruppe zu kommen. Das war bei der EM ja knapp."
Zuversicht im DHB-Team
Trotz der beiden Niederlagen gegen die Dänen sehen seine Schützlinge dem Heim-Turnier optimistisch entgegen. "Für uns ist es wichtig, dass alle gesund bleiben und wir weiter diese Entwicklung der jungen Spieler in der Bundesliga haben. Dann wird die Mannschaft weiter Stück für Stück wachsen. Und dann wollen wir uns im Januar vor heimischem Publikum einen Flow erarbeiten", sagte Golla.
Die Hoffnung, dann auch dem Dominator des Welt-Handballs gewachsen zu sein, lebt ohnehin. "Es war in beiden Partien viel Positives dabei. Aber man muss all das in einem Spiel zusammenhaben, um die beste Mannschaft der Welt zu schlagen", befand Gislason.
Ähnlich sah es Miro Schluroff. "Dänemark hat nicht so viele Fehler wie wir gemacht. Wenn wir das abstellen, sind wir einen großen Schritt weiter", sagte der Rückraumspieler vom VfL Gummersbach und fügte mit Blick auf die WM hinzu: "Beim nächsten Mal reicht es hoffentlich für einen Sieg." Und Golla versprach: "Wir versuchen, Dänemark irgendwann einmal einzuholen."
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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