
Die stimmungsvolle EM-Medaillen-Party mit zehntausend Fans steigerte die Vorfreude der deutschen Handballer auf die Heim-Weltmeisterschaft gewaltig. "Es ist schön, solch einen Moment bekommen zu haben. Das gibt einen Vorgeschmack auf die WM. Natürlich hat man das schon im Hinterkopf, denn es macht unglaublich viel Spaß, in vollen Hallen zu spielen", sagte der stark auftrumpfende Torwart David Späth mit Blick auf das Turnier im Januar 2027.
Die emotionale Ehrung der Vize-Europameister nach dem Ende eines wilden Schlagabtauschs beim 41:38 gegen Afrikameister Ägypten in der ausverkauften Dortmunder Westfalenhalle ließ auch den sonst eher kühlen Bundestrainer Alfred Gislason nicht kalt. "Danke an die Zuschauer. Es war eine tolle Stimmung. Das war eine super Sache und richtig schön. Die Spieler haben das auch verdient", sagte der Isländer.
Seine Schützlinge haben jetzt schon richtig Bock auf das Turnier im nächsten Jahr, bei dem das DHB-Team vom dritten Titel nach 1978 und 2007 träumt. "Heim-Weltmeisterschaft - das ist schon richtig geil. Vielleicht können wir noch einen draufsetzen, auch wenn das schwer wird", sagte Linksaußen Lukas Mertens.
Erfolge bringen neues Selbstverständnis
Das EM-Silber hat nicht nur das Selbstvertrauen gesteigert, sondern auch die Sehnsucht nach Gold vor heimischem Publikum. "Wir haben das bei der EM 2024 erlebt, wie wir als unerfahrene Mannschaft von den Fans getragen wurden. Jetzt sind wir mittlerweile einen Schritt weiter. Deshalb ist die Hoffnung groß, dass wir mit den Zuschauern im Rücken ein gutes Turnier spielen können", blickte Kapitän Johannes Golla zuversichtlich voraus.
Bis zur Endrunde müssen sich Golla & Co. zwar noch fast neun Monate gedulden. Die Zeit bis dahin soll aber gut genutzt werden - natürlich schon im zweiten Duell mit den starken Ägyptern am Sonntag (15.30 Uhr/ProSieben und Dyn) in Bremen.
Steigerung in der Abwehr muss her
Vor allem in der Defensive gibt es einiges zu tun. "In der Abwehr müssen wir es besser hinbekommen", forderte Gislason. "38 Gegentore sind viel zu viel. Damit bin ich nicht zufrieden." Auch Mertens sieht Handlungsbedarf. "Die Abstimmung hat nicht gepasst. Das müssen wir abstellen", sagte der Magdeburger.
Dafür lief es in der Offensive schon richtig gut. Der Tempo-Handball begeisterte nicht nur die Fans auf den Rängen, sondern auch den Bundestrainer. "41 Tore gegen Ägypten - das ist sehr gut", lobte Gislason.
Bei der Tore-Gala vorneweg ging Regisseur Juri Knorr, der neun Treffer erzielte. "Es war ein typisches Länderspiel. Wir haben etwas mehr auf den Angriff geschaut. Natürlich können wir in der Abwehr besser stehen. Aber es entstehen eben auch mehr Angriffe, wenn du so ein Tempo gehst. Ich finde, es war ein gutes Spiel", sagte der 25-Jährige und fügte hinzu: "Lieber so gewinnen als 21:20."
Das sah auch Golla so. "Es war nicht perfekt, aber wichtig, dass wir gewonnen haben. Von mir aus können wir das am Sonntag noch einmal so spielen und gewinnen. Dann bin ich happy", sagte der Kreisläufer und stellte klar: "Wir müssen uns nicht für einen Länderspielsieg entschuldigen."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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