
- Geburtenrate sinkt um 3,4 Prozent auf historischen Tiefstand
- Vor allem im Osten werden deutlich weniger Kinder geboren
- Mehrere europäische Länder verzeichnen ebenfalls einen Rückgang
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Deutschland verzeichnet einen demografischen Negativrekord: Im vergangenen Jahr kamen nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes lediglich rund 654.300 Kinder zur Welt. Das entspricht einem Rückgang von 3,4 Prozent gegenüber 2024 und markiert den tiefsten Stand seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Der anhaltende Abwärtstrend verschärft die demografische Lage in Deutschland weiter.
Darum gehen Deutschland die Babys aus
Für den dramatischen Einbruch macht das Statistische Bundesamt zwei zentrale Entwicklungen verantwortlich. Zum einen erreichen die geburtenschwachen Jahrgänge der 1990er Jahre nun das Alter von Anfang 30 - jene Lebensphase, in der sich die meisten Menschen für Nachwuchs entscheiden. Dadurch gibt es schlicht weniger potenzielle Eltern.
Zum anderen fällt die sogenannte zusammengefasste Geburtenziffer seit 2022 kontinuierlich. Dieser Wert gibt an, wie viele Kinder eine Frau statistisch im Laufe ihres Lebens bekommt. 2024 lag er bei 1,35 Kindern pro Frau, nachdem er 2023 noch 1,39 und 2022 sogar 1,49 betragen hatte. Die Struktur der Geburten blieb hingegen stabil: Knapp 47 Prozent der Neugeborenen waren Erstgeborene, etwa 35 Prozent Zweitgeborene.
Osten verliert deutlich mehr Nachwuchs als der Westen
Die demografische Entwicklung verläuft regional höchst unterschiedlich. In den ostdeutschen Bundesländern sank die Geburtenzahl um 4,5 Prozent, während der Rückgang im Westen mit 3,2 Prozent moderater ausfiel. Besonders dramatisch ist die Situation in Mecklenburg-Vorpommern: Dort brach die Zahl der Neugeborenen um 8,4 Prozent ein - der stärkste Rückgang aller Bundesländer.
Gegen den bundesweiten Trend stemmt sich einzig Hamburg. Die Hansestadt verzeichnete als einziges Bundesland ein leichtes Plus von 0,5 Prozent. Berlin und Brandenburg blieben laut Statistischem Bundesamt auf dem Niveau des Vorjahres, allerdings mit leicht negativer Tendenz. Auch Bayern verzeichnete einen Rückgang: Statt 114.365 Neugeborenen im Jahr 2024 kamen dort 2025 nur noch 110.573 Kinder zur Welt.
Europaweit sinken die Geburtenzahlen
Deutschland steht mit dem Geburtenrückgang nicht allein da. Nach vorläufigen Daten meldeten auch Frankreich, Österreich, Italien und Schweden für 2025 weniger Neugeborene. In anderen Ländern zeichnet sich hingegen eine Trendwende ab: Spanien, die Niederlande und Finnland verzeichnen eine Stabilisierung der Geburtenzahlen.
Für Deutschland sieht die Prognose düster aus. Selbst unter optimistischen Annahmen wird die Zahl der Geburten laut Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes künftig unter dem Niveau von 2021 bleiben. Damals kamen noch rund 795.000 Kinder zur Welt – etwa 140.000 mehr als im vergangenen Jahr.
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