
- Sexueller Missbrauch: Zwei Frauen beschuldigen Weltstar Julio Iglesias
- Ermittlungen gegen den spanischen Sänger laufen bereits
- Julio Iglesias kündigt Stellungnahme nach Missbrauchsvorwürfen an
Der spanische Weltstar Julio Iglesias (82) steht im Zentrum schwerwiegender Anschuldigungen. Zwei frühere Angestellte werfen dem Grammy-Preisträger sexuelle und körperliche Übergriffe vor, die sich im Jahr 2021 ereignet haben sollen. Beide Frauen arbeiteten demnach rund zehn Monate auf den Anwesen des Sängers in der Dominikanischen Republik und auf den Bahamas.
Eine der Betroffenen war zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Taten eine 22-jährige Hausangestellte aus der Dominikanischen Republik, berichtet unter anderem der britische "Mirror". Sie gibt an, Iglesias habe sie "auf alle möglichen Arten berührt". Bei der zweiten Frau handelt es sich um eine venezolanische Physiotherapeutin, die mit 28 Jahren für den Musiker zu arbeiten begann.
Der Fall Julio Iglesias: Polizei in der Karibik nimmt Ermittlungen auf
Der Fall hat mittlerweile internationale Dimensionen erreicht. Wie das spanische TV-Format "El tiempo justo" von Telecinco berichtete, hat die Polizei in Punta Cana Ermittlungen gegen den 82-Jährigen eingeleitet. Die Behörden in der Dominikanischen Republik gehen dabei zwei Verdachtsmomenten nach: sexuelle Übergriffe und Menschenhandel.
Parallel dazu prüft auch die spanische Staatsanwaltschaft die Anschuldigungen. Am 5. Januar wurde dort offiziell Anzeige erstattet. Die Nichtregierungsorganisation Women's Link Worldwide vertritt die beiden Frauen, die unter den Pseudonymen Rebeca und Laura an die Öffentlichkeit gingen.
Iglesias soll sich derzeit auf seinem Anwesen in Punta Cana aufhalten, während die Ermittlungen laufen. Einer der mutmaßlichen Übergriffe könnte als Vergewaltigung eingestuft werden.
Nachbarn schweigen aus Angst vor dem Weltstar
Die Enthüllungen haben auch die Bevölkerung in der Dominikanischen Republik erschüttert. Ein Reporter des spanischen Senders Telecinco schilderte während einer Live-Übertragung seine Schwierigkeiten bei der Recherche vor Ort. Seit Stunden versuche er, mit Menschen aus der Nachbarschaft des Sängers ins Gespräch zu kommen.
Die Anwohner hätten ihm jedoch erklärt, "dass sie aus Angst vor Repressalien nicht vor der Kamera sprechen wollen". Der Einfluss des Musikers in der Region sei enorm. Iglesias werde dort als jemand wahrgenommen, "der mehr Macht als der Präsident der Dominikanischen Republik hat".
Iglesias kündigt baldige Stellungnahme an
Die spanische Regierung hat sich zu den Vorwürfen geäußert. Regierungssprecherin Elma Saiz betonte, die Anschuldigungen "verlangten Respekt". Sie bekräftigte das entschlossene Engagement der Regierung gegen jede Form von Gewalt und Belästigung gegenüber Frauen.
Gleichstellungsministerin Ana Redondo bezeichnete Iglesias als "großartigen Sänger, aber Menschen können eine dunkle Seite haben". Sie verwies auf die Unschuldsvermutung, äußerte jedoch Vertrauen in die Schilderungen der Frauen.
Das spanische Magazin "Hola" will unterdessen mit dem Sänger telefoniert haben. Seine Stimme sei tief und ernst gewesen. Iglesias habe erklärt, es sei noch nicht der richtige Zeitpunkt für eine Stellungnahme. Dieser Moment werde jedoch sehr bald kommen und die Wahrheit ans Licht bringen. Ein offizielles Statement blieb er schuldig.
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