
Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in immer mehr Regionen in Brandenburg aus. Bei Spaziergängen im Grünen ist Vorsicht angesagt. Es kommt wegen des starken Befalls von Bäumen bereits zu Absperrungen von Parks und Spiel- und Sportplätzen. Auch der Spreewald - eine beliebte Urlaubsregion - ist betroffen.
Die Kommunen sind im Einsatz, um die Nester des Eichenprozessionsspinners entfernen zu lassen. Die Raupen des Nachtfalters können über giftige Brennhaare schwere allergische Reaktionen, Hautreizungen und Atembeschwerden auslösen. Warme und trockene Frühjahre gelten als Gründe für die starke Ausbreitung.
Eichen in Spreewald-Orten und Cottbus befallen
In Lübben und Lübbenau im Spreewald etwa kommt der Nachtfalter vermehrt vor sowie in der Gemeinde Kolkwitz. Auch in mehreren Parks im Stadtgebiet von Cottbus sind die Behörden gegen den Eichenprozessionsspinner aktiv. Die Bevölkerung ist zu äußerster Vorsicht in der Nähe von Eichen aufgerufen, wie die Stadtverwaltung mitteilte.
Im Eliaspark und im Spreeauenpark in Cottbus seien mehrere Bäume gekennzeichnet, die befallen seien. Absperrungen und Hinweisschilder seien dringend zu beachten, hieß es. Es könnten auch Gehölze im benachbarten Tierpark betroffen sein.
In der Gemeinde Kolkwitz bei Cottbus werden ein Friedhof und ein Sportplatz im Ortsteil Krieschow für die Bekämpfungsmaßnahmen bis mindestens 22. Juni gesperrt.
Stiftung: Alle Nester lassen sich nicht entfernen
In Potsdam sind Eichen in den weltberühmten Welterbe-Parks Sanssouci, Babelsberg und im Neuen Garten befallen, zudem auch die Pfaueninsel. Die Nester werden mit Schutzausrüstung vor allem an Wegen, über Sitzbänken und auf Liegewiesen abgesaugt und entfernt, wie die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mitteilte. Eine flächendeckende Beseitigung der Nester sei allerdings nicht möglich.
In der Prignitz wurde der Eichenprozessionsspinner vor einiger Zeit tagelang mit einem Biozid per Hubschrauber aus der Luft bekämpft.
Gift in Haaren der Raupen
Der unscheinbare, graubraune Eichenprozessionsspinner ist als Nachtfalter für Mensch und Tier eigentlich harmlos – nicht jedoch seine Raupen. Ihre Nester sind runde Gespinste, die die Größe eines Fußballs erreichen können. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen ihnen feine Brennhaare. Sie enthalten ein Nesselgift, das Entzündungsreaktionen auslösen kann.
Seinen Namen verdankt der Falter der Eigenart seiner Raupen, nachts in langen Reihen – wie in einer Prozession – vom Nest in die Baumkrone zu wandern und dort zu fressen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, betroffene Gebiete mit befallenen Bäumen so weit wie möglich zu meiden.
Ministerium: Biozid-Einsatz nicht mehr geeignet
Zur Bekämpfung können auch Biozide eingesetzt werden, also indem die Raupen vom Boden oder aus der Luft besprüht werden. Aufgrund des fortgeschrittenen Stadiums der Raupen sei das Biozid zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht mehr zur Bekämpfung geeignet, erklärte das Umweltministerium in Potsdam. Man müsse sich jetzt bereits auf Gegenmaßnahmen im kommenden Jahr vorbereiten.
Nach Kontakt Kleidung wechseln und duschen
Wer in Kontakt mit Brennhaaren gekommen ist, sollte laut Stadtverwaltung Cottbus seine Kleidung möglichst sofort wechseln und sie bei mindestens 60 Grad waschen. Man sollte sich gründlich abduschen und Haare waschen.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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