
Brandenburgs Beratungsstellen müssen sich immer häufiger mit Opfern von Betrugsversuchen wie dem Enkel-Trick oder Schockanrufen auseinandersetzen. "Tatsächlich können wir bestätigen, dass Betrugsdelikte mittels Telefon, für die eine Notsituation vorgetäuscht wird, ein Dauerbrenner bei uns sind", sagte ein Sprecher der Verbraucherschutzzentrale in Brandenburg.
Vorwiegend Frauen meldeten im Nachhinein, dass sie angerufen worden und Betrüger an sie herangetreten seien, betonte Lissy Boost vom Kreisseniorenbeirat im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. "Inzwischen sind viele von ihnen sehr verängstigt und trauen sich kaum ans Telefon oder aus dem Haus." Sie erklärte, dass das Thema für viele Menschen schambehaftet sei. Betroffene Senioren würden sich häufig nicht trauen, darüber zu sprechen.
Doch wie gehen die Täter vor?
Beim Enkel-Trick würden die Betrüger Verwandtschaftsverhältnisse zum Opfer vorgaukeln. Häufig geben sie an, in einer Notsituation zu sein und dringend Geld zu benötigen. Ein Unfall oder eine dringende Not-Operation könnten ein solches Szenario sein. Bei Schockanrufen würden ebenso Notfallsituationen vorgespielt und Geld gefordert.
"Ein weiteres Phänomen ist das des falschen Amtsträgers", erklärte eine Sprecherin der Polizei. So würden Anrufe durch die Polizei vorgetäuscht. Den Opfern wird glaubhaft gemacht, es hätte einen Einbruch in der Nachbarschaft gegeben und einer der Einbrecher sei noch auf freiem Fuß. Daher würde die Polizei kommen und die Wertsachen vorübergehend in Verwahrung nehmen. Es gibt noch viele weitere Szenarien.
Während die Beratungsstellen mit Blick auf die Betrugsmaschen von einer zunehmenden Problematik sprechen, gibt die polizeiliche Statistik diesen Schluss nicht her. Sowohl beim Enkel-Trick/"Schockanruf" als auch beim vermeintlichen Amtsträger sei seit 2020 ein Rückgang zu verzeichnen, schrieb eine Sprecherin der Polizei. Im vergangenen Jahr waren demnach nur 34 Fälle des Enkel-Tricks oder der Schockanrufe polizeilich bekanntgeworden. 2020 waren es 116 Fälle. Die Zahl der Fälle von vermeintlichen Amtsträgern fiel von 113 Fällen im Jahr 2020 auf 74 registrierte Fälle im vergangenen Jahr.
Polizei rät zu mehr Misstrauen am Telefon
"Grundsätzlich sollten Betroffene misstrauisch sein, wenn Unbekannte oder vermeintliche Angehörige sie am Telefon um Geld bitten", schob die Sprecherin nach. Man solle "niemals Details zu finanziellen oder familiären Verhältnissen preisgegeben". "Kommt einem ein Anruf verdächtig vor, sollte unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110 informiert werden, das gilt insbesondere, wenn man Daten preisgegeben hat." Misstrauen sei auch angebracht, wenn ein Polizist oder eine Amtsperson anrufe und nach Bargeld und Wertsachen frage.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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