
Das gilt vor allem für die Telekom, die als einziger Sender alle 104 Spiele des Turniers zeigt und mit der Verpflichtung der Publikumslieblinge Thomas Müller und Jürgen Klopp für Aufsehen sorgte. "Wir bieten das Weltmeister-Team der Expertinnen und Experten auf", sagt TV-Chef Arnim Butzen voller Stolz. Da die Telekom zwischen EM und WM keinen höherklassigen Fußball im Angebot hat, leiht sie das Personal aus.
Eigener Transfermarkt für TV-Experten
Für Experten hat sich inzwischen ein eigener Markt entwickelt. "Wir hatten tatsächlich einige Anfragen, nur können wir ja nicht eine Hundertschaft an Experten einstellen", sagt der Telekom-TV-Chef: "Das Interesse ist gestiegen." Es habe sich herumgesprochen, "was für ein tolles Team wir für die großen Turniere auf die Beine stellen", betont Butzen. "Wir sind über die Jahre ein attraktiver Anlaufpunkt auch für Experten und Moderatoren geworden."
Einer der Toptransfers der Telekom ist sicherlich Jürgen Klopp, der in früheren Jahren schon mal Experte des ZDF war und nach zwanzig Jahren Pause nun bei MagentaTV anheuerte. Der frühere Trainer "hat einfach Lust darauf, noch mal in die Expertenrolle zu schlüpfen", sagt Butzen. Dessen Auftritt mit Thomas Müller und Mats Hummels bei der Programmvorstellung vor wenigen Wochen in Ismaning bezeichnete der Telekom-Manager "als sehr vielversprechend – das war schon beste Unterhaltung mit viel Fußball-Verstand".
Klopp verrät, was er sich vorgenommen hat
Klopp hat sich vorgenommen: "Ich werde einfach nur über das Spiel sprechen, über das, was ich sehe. Ich halte mich jetzt nicht für den größten Experten, wenn es darum geht, jeden Spieler jeder Nation bis ins Detail beschreiben zu können." Für den immer noch bei Red Bull als Fußballchef arbeitenden Klopp ist klar: "Wir gehören schon zur Unterhaltungsseite, und ich hoffe, dass wir die Leute zu herausfordernden Uhrzeiten am Fernsehgerät halten." Mehr als die Hälfte der 104 Spiele, die MagentaTV zeigt, beginnen wegen der Zeitverschiebung hierzulande nach Mitternacht.
Müller: Das offene Visier mein Stilmittel
Ein weiterer Transfercoup ist Thomas Müller, der noch immer in Vancouver unter Vertrag steht und mit vielen der aktuellen Nationalspieler noch gemeinsam gekickt hat. "Die wissen auch schon aus Spielerzeiten, bei mir war die klare Kante und das offene Visier mein Stilmittel", sagt der Ex-Nationalspieler. Es waren "auch immer mal ein paar würzige Worte dabei, und trotzdem mit Menschlichkeit. Egal, was ich sage, ob im Kontext als Teammitglied, der wirklich was bewegen will, oder von außen als Privatperson, einen süffisanten Spruch, der mal zwickt, der mal nicht so gut gefällt", gehöre bei ihm dazu.
ARD und ZDF haben ihre festen Experten-Teams, haben für die WM aber Personal nachverpflichtet: Der offiziell noch als Nationalspieler geltende Robin Gosens verpasste die DFB-Nominierung und arbeitet für das Erste, der langjährige Freiburg-Coach Christian Streich für das Zweite.
ARD-Teamchef setzt bei Experten auf Details und Hintergründe
Das ZDF setze "auf Verlässlichkeit, weil wir sehr überzeugt sind von dem, was wir mit unserer Experten-Riege bieten", sagt Sportchef Polus. "Wir haben eine gute Mischung zwischen Kompetenz und unterhaltenden Elementen gefunden und werden diesen Mix weiterentwickeln." Die sich neckenden Ex-Weltmeister Per Mertesacker und Christoph Kramer sind ein eingespieltes Experten-Duo.
Auch der WM-Teamchef der ARD betont den Wert der ehemaligen Topspieler wie Bastian Schweinsteiger bei den Übertragungen. "Ich glaube, dass Experten einem Details und Hintergründe etwas anders näherbringen können, weil sie natürlich noch tiefer drin sind, weil sie selbst gespielt haben", sagt Harald Dietz. Der ARD-Mann betont: Diese Nähe der Experten sei "wirklich ein Gewinn, vor allem bei einem so langen Turnier".
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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