
Entspannter kann man seine Dominanz nicht zum Ausdruck bringen. Leon Goretzka und der 500-Tore-Mann Harry Kane verließen im Bremer Weserstadion als Erste die Bayern-Kabine - und Goretzka pfiff dabei gelassen ein Lied.
Bis auf drei Punkte war Borussia Dortmund vor diesem Spiel an den Tabellenführer herangekommen - aber der FC Bayern München konterte das mit einem lockeren 3:0 (2:0) bei Werder Bremen. In Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League haben sich die Bayern nach zwei Dritteln der Saison in eine aussichtsreiche Position gebracht. Und dieses Team fühlt sich mittlerweile stark genug, in drei Monaten gleich alle drei Titel abzuräumen.
"Wir haben alle in der Mannschaft so ein Gefühl, dass dieses Jahr alles möglich ist", sagte Goretzka. "Ich habe das Glück, schon einmal dabei gewesen zu sein, als wir sogar sechs Titel in einem Jahr gewonnen haben. Ich weiß, was das für eine geile Zeit war. Wir haben damals gesagt, dass wir das noch einmal mit Fans erreichen wollen. Damals war das wegen Corona nicht möglich."
Kane schießt 500. Profitor
Zwei Wochen nach seinen beiden Wacklern gegen Augsburg und den HSV spielt der deutsche Meister wieder "wie in einem Tunnel", wie Trainer Vincent Kompany das nennt. Das einzig Außergewöhnliche beim Spiel in Bremen war, dass hinterher Goretzka im Mittelpunkt stand und keiner der sonst üblichen Protagonisten.
Ja, Harry Kane schoss am Samstag die Tore 499 und 500 in seiner Profikarriere für Nationalmannschaft und Verein ("Natürlich macht es mich stolz"). Und als einzigen Wermutstropfen verkündete die Bayern am Sonntag, dass sich ihr Torwart Manuel Neuer einen Faserriss in der linken Wade zugezogen hat und vorerst ausfallen wird.
Am auffälligsten war im Weserstadion aber der Mann, der beinahe gar nicht mehr dabei gewesen wäre: der 31-jährige Goretzka, Bayern-Spieler schon seit 2018, aber nur noch bis zum Ende dieser Saison.
Der deutsche Nationalspieler schoss in Bremen das 3:0 (70. Minute) und feierte dies mit einem Vogel-Jubel. Der Kollege Josip Stanisic, mit dem diese kuriose Aktion vorher abgesprochen war, tanzte vor der Ersatzbank mit.
Der vergangene Januar war für Goretzka noch etwas weniger spaßig verlaufen. Da teilten die Münchener ihm zunächst mit, dass sie den im Sommer auslaufenden und mit einem zweistelligen Millionengehalt dotierten Vertrag nicht verlängern werden. Daraufhin sprach der Spieler mit Atlético Madrid über einen sofortigen Wechsel. Bei Tottenham Hotspur, FC Arsenal und AC Mailand beobachtete man die Entwicklung ebenfalls aufmerksam.
Goretzka-Ziel noch unklar
Dass Goretzka erst im Sommer gehen wird und nicht schon weg ist, hat viel mit seinem Glauben an das aktuelle Bayern-Team zu tun. "Wo ich hingehe, weiß ich noch nicht", sagte er. "Aber nach einem Gespräch mit dem Trainer hatte ich das Gefühl, dass mein Weg hier noch nicht zu Ende ist und dass wir dieses Jahr noch viel gewinnen können."
Das enge Verhältnis zu Kompany hat Goretzka über einige Enttäuschungen der vergangenen zwei Jahre getragen. Schon als der Trainer im Sommer 2024 nach München kam, wollte der Club seinen Großverdiener gern loswerden. "Leon hat sich in eine ganz wichtige Rolle gekämpft in der letzten Saison – das war eine schöne Geschichte für den Kader", sagte Kompany am Samstag. "Und er hat auch in dieser Saison immer eine sehr gute Präsenz auf dem Platz und in der Kabine."
Die Bayern können mit dieser Situation gut leben. Wenn sie sich in der entscheidenden Phase der Saison ihre Kräfte einteilen wollen, kommen von der Bank eben Nationalspieler wie Jamal Musiala, Minjae Kim oder Goretzka. Der Rivale Dortmund hat da deutlich weniger Auswahl.
"Wir sind sehr dankbar", sagte auch Sportvorstand Max Eberl über Goretzkas Verbleib. "Er hat nicht lamentiert, nicht rumgenörgelt – gar nichts. Ich glaube, er möchte seine großartige Zeit bei Bayern noch krönen!"
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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