
- Xavier Naidoo ruft zu Demonstration rund um die Berliner Siegessäule auf
- Aussagen zum Epstein-Skandal lösen neue Kontroversen aus
- Experten zweifeln an großer Mobilisierung und beobachten Szene genau
Der Sänger Xavier Naidoo steht wieder im Fokus öffentlicher Debatten. Nach einem musikalischen Comeback im Winter rief der 54-Jährige für Samstag zu einer Demonstration in Berlin auf. In sozialen Netzwerken mobilisiert er Unterstützer für eine Kundgebung, die sich mit angeblichen Verbindungen im Umfeld des Falls um Jeffrey Epstein beschäftigen soll.
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Xavier Naidoo und sein Aufruf zur Kundgebung an der Siegessäule
Über seinen Instagram-Account wirbt Naidoo für eine Demonstration im Zentrum der Hauptstadt. Geplant ist laut Ankündigung ein Protestmarsch rund um die Siegessäule und durch das Regierungsviertel.
Als Veranstalter tritt ein bislang kaum bekanntes Bündnis auf, das sich für Transparenz und Kinderschutz einsetzen will. Die Polizei rechnete mit mehreren Tausend Teilnehmern.
Neue Aufmerksamkeit durch umstrittene Aussagen von Xavier Naidoo
Bereits zuvor hatte der Musiker mit öffentlichen Auftritten im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal für Schlagzeilen gesorgt. Dabei verbreitete er Aussagen und Theorien, die von vielen Beobachtern als unbelegt oder irreführend kritisiert wurden.
In Interviews und spontanen Redebeiträgen äußerte Naidoo drastische Vermutungen über angebliche Missbrauchsnetzwerke und mögliche politische Verbindungen. Diese Wortmeldungen sorgten in den sozialen Medien für starke Reaktionen und teils heftige Kritik.
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Experten sehen begrenzte Mobilisierungskraft
Politikwissenschaftler wie Josef Holnburger gehen "taz" zufolge bislang nicht von einer großen Massenmobilisierung aus. Zwar habe der Fall Epstein innerhalb verschwörungsideologischer Szenen weiterhin hohe Aufmerksamkeit. Dennoch fehle es an starken Netzwerken und organisatorischer Unterstützung für eine größere Demonstration.
Zudem sei das öffentliche Interesse an Naidoo derzeit ambivalent. Während einige Unterstützer seinen Aufruf ernst nehmen, reagieren viele Beobachter eher mit Skepsis oder Spott.
In Berlin waren laut "BZ Berlin" zwei rechtsextreme Demonstrationen angekündigt. In Berlin-Marzahn will die Partei Der Dritte Weg ab 12 Uhr mit rund 100 Teilnehmern unter dem Motto "Unsere Alternative heißt Revolution" aufmarschieren.
Ein weiterer Aufzug ist ab 13 Uhr am Potsdamer Platz geplant. Dort werden etwa 200 Teilnehmer unter dem Motto "Freiheit für alle politischen Gefangenen" erwartet.
Xavier Naidoos Demo in Berlin
Bei der Demonstration von Verschwörungsanhängern und des umstrittenen Sängers Xavier Naidoo sind in Berlin mehrere hundert Menschen zusammengekommen. Die Polizei sprach von 600 Teilnehmern, auf der Seite der Gegendemonstranten versammelten sich demnach 200 bis 300 Menschen, wie ein Polizeisprecher sagte.
Demo mit Epstein-Bezug von Xavier Naidoo
Die Demonstration am Großen Stern trug den Titel "Transparenz, Rechtsstaat und Schutz von Minderjährigen - Aufklärung im Kontext möglicher deutscher Bezüge im internationalen Epstein-Komplex". Naidoo sagte, in Deutschland sei "der Abgrund genauso tief". Zuvor sang er eines seiner früheren Lieder und redete in Andeutungen über "Menschen, die furchtbare Dinge tun", über verbreiteten Kindesmissbrauch und über ein selbst erlebtes Ereignis als Opfer im Kindesalter.
Auch andere Redner sprachen über Kinderschutz. Viele Deutschlandfahnen waren zu sehen, auf manchen Plakaten wurden Politiker wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beschimpft.
Kritik an früheren Aussagen
Mitte Februar hatte Naidoo bei einer Demonstration in Berlin mit Bezug zu den Epstein-Akten von "Menschenfressern" gesprochen und gesagt "Die fressen unsere Babys". Solche Äußerungen werden von Experten unter anderem als antisemitische Andeutungen eingeordnet. Seit Jahrhunderten gibt es die antisemitische Verschwörungserzählung, die besagt, dass Juden aus rituellen Gründen kleine Kinder töten würden. Naidoos Management äußerte sich auf Anfrage nicht.
Frühere Distanzierung von Xavier Naidoo sorgt für zusätzliche Debatten
Naidoo hatte sich vor einigen Jahren öffentlich von extremistischen und verschwörungsideologischen Gruppen distanziert. Seine aktuellen Aktivitäten werfen nun erneut Fragen zu seiner politischen Haltung auf.
Parallel laufen weiterhin juristische Verfahren gegen den Musiker. Er selbst weist die Vorwürfe zurück und betont, unschuldig zu sein. Ob die geplante Demonstration größere Auswirkungen haben wird, bleibt abzuwarten.
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